FORSTSTEIG - ein Trekking-Abenteuer in der Sächsisch–Böhmischen Schweiz
Es ist kaum eine Woche vergangen, seit Franci ihre Prüfung zur Wanderleiterin bestanden hatte, da stand schon ihr erstes großes Projekt für unseren Verein an: ein Trekking-Abenteuer auf dem Forststeig. Ein Weg, der nicht einfach nur durch die Sächsisch – Böhmische Schweiz führt, sondern tief hinein in eine Landschaft,
die sich anfühlt wie ein letzter Rest echter Wildnis. 105 Kilometer, sieben Etappen, linkselbisch über die Tafelberge des Elbsandsteingebirges – fernab der touristischen Hauptadern. Ein Weg, der fordert, aber belohnt. Ein Weg, der Geschichten schreibt. Für uns, Angelika, Felix und mich hatte Franci ein dreitägiges Abenteuer geplant. Halber Forststeig 2026, Teil 2 folgt 2027. Ein Versprechen, das schon jetzt in der Luft lag.
Tag 1 – Schöna, Schiebbach, Großer Zschirnstein, Grenzbaude
Der Start in Schöna war unspektakulär – ein kleiner Bahnhof, ein paar Rucksäcke, vier Wanderer. Doch kaum waren wir losgelaufen, zeigte der Forststeig, was er kann. Kein Warm-up, kein sanftes Eingrooven: 17 Kilometer, die sofort in die Beine gingen. Der Weg führte uns hinauf zum Schiebbach, die Elbe lag unter uns als silbernes Band. Auf der anderen Seite lag Herrnskretschen, still und romantisch. Weiter ging es durch das Gelobtbachtal, kühl und schattig, dann in den Hertelgrund, bevor der Anstieg zum Großer Zschirnstein begann – dem Dach des Elbsandsteingebirges. Oben standen wir im Wind, mit einem Blick, der alles rechtfertigte: Weite, Tiefe, Felsen, Himmel. Ein Moment, der bleibt.
Entlang des alten Grenzwegs war der Forststeig ein Obstgarten: Himbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren – ein Geschenk der Natur. Die Siebenlügner Quelle füllte unsere Flaschen, und ich musste schmunzeln: Niemandem wuchsen Eselsohren oder eine Pinocchio-Nase. Die Quelle hält, was sie verspricht.
Die Grenzbaude war unser Nachtquartier. Isomatte, Schlafsack, Rucksack – Trekking pur. Acht Wanderer in einem Raum, und im Spitzboden Familie Siebenschläfer, die sich nicht im Geringsten für unsere Nachtruhe interessierte. Die Nacht war lang, der Schlaf nur kurz, aber das gehört dazu.
Tag 2 – Königsetappe über den Schneeberg
nach Markersbach
27 Kilometer. Schon beim Frühstück war klar: Das wird der Tag, der uns prägt. Der HoheSchneeberg ragte über allem, 722,8 Meter, weithin sichtbar. Der östliche Aufstieg führte uns in einem großen Bogen hinauf, Schritt für Schritt, im Bergan. Oben lag die Welt zu unseren Füßen: das Elbtal, Děčín, und in der Ferne der Jeschken mit seinem markanten Fernsehturm. Ein Panorama, das man nicht vergisst.
In der Baude gab es das, was man nach soeinem Aufstieg braucht: böhmische Knödel, Gulasch, Kofola, und Sonne im Biergarten. Danach ging es hinunter nach Ostrov ins Tal der Biela, die uns auch am nächsten Tag begleiten sollte.
Den Abstecher nach Tisa ließen wir aus – dort waren wir im Frühjahr schon unterwegs gewesen. Stattdessen folgten wir dem Grenzweg vorbei am Nadelöhr und Grenzwächter, bis wir den Zeisigstein erreichten. Den Leiteraufstieg wollten nicht alle erklimmen, denn wir spürten wie unsere Beine langsam schwer wurden. Der Abstieg nach Markersbach zog sich endlos. Doch irgendwann standen wir vor unserer Unterkunft: Dusche, Ruhe, ein gut gefüllter Kühlschrank – hurra Pizza. Ein kleines Paradies nach einem großen Tag.
Tag 3 – Markersbach bis Schneeberger Kreuz
15 Kilometer klangen harmlos, aber der Forststeig hat Humor. Über 500 Höhenmeter, ein ständiges Auf und Ab – waren ein letzter Test. Über Buchenhain und Zauschengrund erreichten wir die Johanneswacht über dem Bielatal, mit Blick zur Ottomühle. Einmal hinab, wieder hinauf zum Wolfskopf, weiter zur Grenzplatte mit grandiosem Blick zurück zum Schneeberg, unserem gestrigen Höhepunkt. Noch einmal hinab ins Tal der Dürren Biela, dann ein weiter Bogen zum Schneeberger Kreuz – unserem diesjährigen Ziel. Müde, zufrieden, erfüllt.
Fazit
Danke, Franci. Für diese Tour, für die Idee, für die Vorbereitung, für die Momente. Es war ein Abenteuer, das bleibt – mit Aussichten, die man nicht vergisst, und Wegen, die man nicht bereut. Mehr Eindrücke gibt’s bei komoot und auf der Website.
Ich freue mich auf 2027. Ich bin bereit.
Andreas Meyer, WVB Burgstädt
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Forststeig 2026 (SO, 09. August 2026)






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